Ein vergessenes Stück Land – Aus einer Brache werden Kleingärten

Zwischen alten Wohnhäusern und der Außenumfriedung der Kleingartenanlage „Am Storchennest“ lag über vier Jahrzehnte eine Fläche von ca. 2000 Quadratmeter im „Dornröschenschlaf“.

Als in dieser Gegend die Sanierung bestehender Baulichkeiten und vor allem ein umfangreicher Wohnungsneubau begannen, wurde öffentlich, dass diese Brache kommunales Land ist, das eigentlich Teil des Flurstücks der bestehenden Kleingartenanlage war.

Eine Anlage verliert das Storchennest – bekommt aber neue Parzellen

Nach Rücksprache mit dem Bezirksamt wurde dem Bezirksverband Hellersdorf im September 2020 diese Fläche übertragen; verbunden mit der Vereinbarung, diese Fläche urbar zu machen und fünf neue Kleingärten darauf zu errichten.

Auf der Grundlage eines durch den Verband erarbeiteten Projekts und mit finanzieller Unterstützung der Senatsverwaltung UVK und des Bezirksamtes wurde mit den Beräumungsarbeiten begonnen.

Dabei blieben Überraschungen nicht aus. Die Reste alter Lauben und eine illegal errichtete Garage sowie ein abgestellter Wohnwagen mussten geräumt werden, bevor die Firma an die eigentliche Freilegung der Fläche gehen konnte. Wildwuchs überwucherte den gesamten Boden von massenhaften Brombeergewächsen, über Strauchwerk bis hin zu wild gewachsenen Gehölzen.                                                                                                  

Nach Abschluss der Beräumungsarbeiten wurde entsprechend Parzellierungsplan eine Wasseranlage zur Versorgung der Neuparzellen errichtet. Um den zukünftigen Kleingärtnern auch den Betrieb elektrischer Gartengeräte zu bieten, wurde parallel dazu die Fläche an die vorhandene Stromanlage der KGA „Storchennest“ angeschlossen.

 

Um den Zugang zu den neuen Kleingärten zu gewährleisten, wurde ein Weg gerichtet, der auch die Zufahrt von Dienstleistern, wie z.B. für die Abwasserentsorgung, ermöglichte.

Nach dem Auftrag von Mutterboden und dem Ziehen der Zäune war die Fläche bereit zur Vergabe der Parzellen an Bewerber entsprechend der Bewerberliste des Verbandes; darunter auch ein Räumer aus dem Wohnungsneubau.

Am 25.Mai 2021 war es dann soweit. Fünf Familien erhielten einen Unterpachtvertrag und standen nun vor der Aufgabe, aus einer zwar erschlossenen, aber völlig unbebauten Fläche ihre „Grüne Oase“ zu entwickeln.

Als Highlight für Besucher und Spaziergänger wurde eine kleine Fläche am Eingang der Anlage, die eigentlich als Lagerbereich gedacht war, zu einer Naschobstwiese umgestaltet.

Eine kleine Gartenfläche für jeden Bürger – der aber noch wachsen soll
Jeder darf mal naschen

Vertreter der im Kleingarten ansässigen Obstgehölze, sowie Beerensträucher und Hochbeete mit Kräutern, Erdbeeren und Heidelbeeren, stehen jetzt bereits für große und kleine „Naschkatzen“ bereit.

Wenn auch der Weg von der Brache zum Kleingarten nicht ganz einfach war, so konnte mit diesem Projekt und vor allem mit aktiver Unterstützung der Vereinsmitglieder der KGA „Storchennest“ wieder ein kleines grünes Refugium geschaffen werden, das einmal Familien einen Erlebnisort im Grünen bietet, aber auch ein Stück Naturerlebnis ist.

Berlin ist um ein grünes Refugium reicherDr. Franke