Gartenarbeiten

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Vom Pflanzenschutzamt Berlin wird in zeitlichen Abständen ein
Berliner Gartenbrief „Tipps für den Haus- und Kleingarten“ herausgegeben.

Dieser kann direkt im Internet unter
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/tipps/

eingesehen werden.
Gartenbriefe
Gartenbrief Nr 07-18
Gartenbrief Nr 06-18

Gartenbrief Nr 05-18
Gartenbrief Nr 04-18

Gartenbrief Nr 03-18
Gartenbrief Nr 02-18

Gartenbrief Nr 01-18
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Durch Recherche im Internet werden durch den Bezirksgartenfachberater
Stephan Jatzev monatliche Gartentipps erarbeitet. 
Gartentipps

Monat Mai

  • Allgemeine Tipps
  • Der 15. Mai ist ein Stichtag im Gartenbau. Danach können auch frostempfindliche Gemüse, Kräuter und Blumenpflanzen, z. B. Dahlien, Gladiolen und Begonien ins Freie. Auch Balkonkästen können jetzt bepflanzt werden.
  • Vor Saisonbeginn können Sie die Zeit für Reparaturarbeiten nutzen: z. B. Zäune und Wege ausbessern, Holzterrassen, -hütten und -möbel mit einem Schutzanstrich versehen.
  • Im Mai beginnt die Hauptwachstumszeit. Neben den erwünschten Kulturpflanzen treiben natürlich auch störende Wildkräuter ihr Unwesen. Das Jäten dient zugleich der Bodenlockerung.
  • Die Anwendung von Herbiziden (Unkrautbekämpfungsmittel) auf befestigten Flächen wie gepflasterten Wegen oder Garageneinfahrten ist durch das Pflanzenschutzgesetz verboten.
  • Sobald sich die ersten Krankheiten und Schädlinge an den jungen Trieben breit machen, sollte man unverzüglich eingreifen. Im Anfangsstadium helfen oft noch einfache Mittel, wie das Abspritzen mit Wasser oder das Abschneiden befallener Pflanzenteile.
  • Der Platz an der Sonne ist auf dem Balkon und auch in manchem Garten knapp. Kräuter aber entwickeln ihr Aroma nur, wenn Sonnenstrahlen ihre Blätter wärmen. „Hochstapeln“ ist die Lösung für dieses Platzproblem. Rücken Sie eine Etagere, eine Holztreppe oder ein schmales Regal direkt an die Wand, am besten auf die Südseite. Den Pflanzen kann es nicht heiß genug sein. Dicht gedrängt finden dort die sonnenhungrigen Kräuter ihren Platz an der Sonne.
  • Von nun an können Wassermelonen ins Freie gepflanzt werden: Schwarze Mulchfolie erwärmt den Boden und fördert das Wurzelwachstum. Außerdem wird Unkraut verhindert und die Melonen haben keinen Kontakt zur Erde (weniger Fäulnis!).
  • Eine Mulchschicht aus Holzhäcksel, Rindenmulch oder Rindenkompost hat im Beet viele Vorteile: Sie versorgt den Boden mit Humus, hält ihn locker und länger feucht. Praxistipp: Streuen Sie unter den Mulch reichlich Hornspäne, um ausreichend Stickstoff im Boden zu haben (wird von Mulchschicht absorbiert).
  • Blütensträucher, die Sie im Januar durch Steckholz vermehrt haben, regen sie zu verzweigtem Wachstum an, wenn Sie nun im Mai die neuen Austriebe um etwa zwei Drittel zurückschneiden.
  • Damit in Ihrem Garten wild lebende Bienen, Florfliegen, Ohrwürmer und Raubwanzen Blüten bestäuben oder Schädlinge vertilgen, brauchen die Nützlinge ein Zuhause: Bauen Sie ihnen eine Insekten-Pension!
  • Bäume & Sträucher
  • Noch ist Pflanzzeit für Gehölze und Stauden – Containerpflanzen machen es möglich. Zudem kommen jetzt die frostempfindlichen Knollen-Gewächse wie Canna, Dahlien und Gladiolen in den Boden.
  • Im Mai treiben alle Pflanzen kräftig aus: Formgehölze wie Buchsbaum brauchen nun zum ersten Mal einen Rückschnitt. Großflächig arbeiten Sie mit einer Akku-Strauchschere oder einer kleinen Heckenschere effizient. Konturen und filigraner Formschnitt gelingt mit der normalen Gartenschere am besten.
  • Praxistipp: Bei Kiefern in Bonsai-Form bricht man die noch weichen neuen Triebe einfach mit den Fingern in der Mitte durch, denn so werden die jungen Nadeln nicht beschädigt. Nach dem Schnitt sollten Sie die Formgehölze düngen, um den neuen Austrieb zu unterstützen.
  • Werden Kiefern zu groß, verlangsamt man ihr Wachstum, wenn man die weichen Frühjahrstriebe um die Hälfte bis zu zwei Drittel zurückschneidet. Durch das Pinzieren bilden sich zahlreiche Seitenknospen, die im Laufe des Jahres austreiben. Die Gehölze wachsen dichter und kompakter.
  • Im Frühjahr legen auch die Stämme der Obstbäume an Umfang zu. Lockern Sie rechtzeitig Seile, Gurte oder Stricke an den Stützpfeilern, sie würden den Baum sonst einschnüren (Wunden sind Eintrittspforten für Krankheitserreger).
  • Obstbäume ziehen die benötigten Nährstoffe aus einem feinen Wurzelgeflecht dicht unter der Oberfläche (etwa gleich dem Kronendurchmesser). Eine offene Baumscheibe (im Frühjahr lockern und mulchen)  lässt genügend Luft und Wasser an die feinen Wurzeln der Obstbäume.
  • Obstbäume tragen nur an waagerechten Trieben, dem sogenannten Fruchtholz, Früchte. An steil nach oben wachsenden Trieben (= Wasserschossern) finden sich Blattknospen. Aufstrebende Triebe sollten Sie daher frühzeitig entfernen oder in die Waagerechte umbiegen (mit Gewichten beschweren oder mit Seilen herunterbinden).

Obst & Gemüse

  • Faustregel: Was im Mai in einer Woche wächst, braucht im August einen ganzen Monat.
  • Nach den Eisheiligen, ab Mitte Mai, sind im Freiland die Fröste vorbei. Jetzt beginnt die Saatzeit für alle Gemüsearten aus tropischen Ländern.
  • Geschützt unter dem Glas eines Frühbeetes beginnt die Saison für wärmebedürftige Gemüse: Tomaten, Paprika, Zucchini, Aubergine, Melonen und Gurken. Ab Mitte des Monats können die  empfindlichen Gemüse- und Obstarten ins Freiland.
  • Stangenbohnen können noch bis Mitte Juni gesät werden, Buschbohnen bis Mitte Juli.
  • Eine Mischkultur sorgt für gesundes Gemüse und eine reiche Ernte: Möhren vertreiben die Zwiebelfliege und Zwiebeln wehren die Möhrenfliege ab. So sind die beiden Gemüsearten ein traditionelles Paar im Gemüsebeet. Auch Blumenkohl und Sellerie helfen sich gegenseitig (keine Kohlweißlingsraupe, kein Rost). Salat schützt Kohlrabi und Rettich vor Erdflöhen. Achtung: Porree und Rote Bete oder Zwiebel und Kohl gedeihen gemeinsam überhaupt nicht.
  • Mischkulturen haben sich auch unter Glas bewährt: Im Gewächshaus lassen sich Tomaten und Gurken mit Kräutern, Salaten, Rettichen und Kohlrabi unterpflanzen.
  • Sobald alle Samen aufgelaufen sind, sollten Sie die Gemüsebeete regelmäßig mit der Hacke lockern. So halten Sie nicht nur das Unkraut in Schach, sondern zerstören auch die feinen Kapillargefäße in der oberen Bodenschicht. Das führt dazu, dass der Boden nicht so schnell austrocknet.
  • Säen Sie Petersilie in Reihen im Beet aus. Es bilden sich im ersten Jahr Wurzeln und Blattrosette, im zweiten Jahr ein rund 1 m hoher Blütenstängel. Petersilie braucht nahrhaften Boden im Halbschatten. Säen Sie nur frischen Samen aus. Schon nach zwei Jahren verliert er seine Keimkraft. Säen Sie Petersilie frühestens nach drei bis vier Jahren wieder auf das gleiche Beet.
  • Im März ausgesäter Spinat ist nun schnittreif: Ernten Sie stets abends, dann ist das in den Blättern angereicherte Nitrat abgebaut! Spinat aus dem Folientunnel muss mindestens zwei Wochen vor der Ernte aufgedeckt werden, damit der Nitratgehalt sinkt.
  • Die Aussaat des Vormonats auslichten.
  • Treiben Küchen-Kräuter wie Gewürz-Salbei, Lavendel oder Thymian neu aus, ist der richtige Zeitpunkt die Halb- und Zwergsträucher zurück zu schneiden, damit sie kompakt und buschig wachsen: Schneiden Sie die Kräuter beherzt mit der Schere bis auf etwa die Hälfte oder sogar ein Drittel der ursprünglichen Trieblänge zurück. Achtung: Unterhalb der Schnittstellen müssen noch vitale Knospen vorhanden sein! Schneidet man bis ins alte, tote Holz, stirbt die Pflanze.
  • Bei mildem Wetter blühen die ersten Erdbeeren. Nachtfröste müssen Sie nun unbedingt durch Vliesabdeckungen abmildern, um sich eine reiche Erdbeerernte im Sommer zu bewahren.
  • Praxistipp: Im Folientunnel reifen Erdbeeren drei bis vier Wochen früher! Während der Blüte müssen Sie den Folientunnel täglich lüften, damit Bienen die Blüten bestäuben können. Die Folie schützt die Früchte auch vor Regen. Stroh unter dem Blattgrün verhindert Erdkontakt der Früchte und Fäulnis.
  • Die Fruchtqualität bei Pflaumen und Zwetschgen können Sie deutlich steigern, wenn Sie im Mai einen Teil der jungen, rund 1,5 cm großen Früchte entfernen: Pro laufendem Meter Fruchtholz sollten nicht mehr als 25 bis 30 Pflaumen übrig bleiben – damit der Baum große, saftige Früchte trägt.
  • Zur Förderung der Fruchtholzbildung werden bei Spalierobst-Bäumen (Apfel, Birne) im Mai die Seitentriebe der waagerecht wachsenden Fruchttriebe auf vier bis sechs Blätter zurückgeschnitten. Das vermeidet lange, senkrecht aufstrebende Wasserschosse.
  • Obstbäumen, die in den letzten Jahren gut geblüht, aber schlecht gefruchtet haben, fehlt wahrscheinlich ein passender Pollenspender. Es lohnt sich immer, verschiedene Sorten zu pflanzen!

Rasenpflege

  • Beginnen Sie rechtzeitig während der Hauptwachstumszeit mit der Unkrautbekämpfung: Unkrautbekämpfungsmittel für den Rasen zum Gießen, Spritzen oder Streuen sollten Sie nun im Mai anwenden. Achtung: Unkrautvernichter dürfen nicht auf befestigten Flachen und Gartenwegen ausgebracht werden!
  • Letzte Chance, den Rasen grundlegend von Filz und Moos zu befreien: Vertikutieren Sie die Rasenfläche gründlich (kreuzweise) und säen Sie neuen Rasen nach! Verwenden Sie ein Gemisch aus hochwertigem Rasensamen und Sand – so keimt der Rasen schnell und wächst wieder zu einem dichten grünen Teppich.
  • Die wichtigste Regel beim Vertikutieren: Die Messer dürfen den Boden nur leicht berühren und ihn dabei nicht aufschlitzen. Ein zu tiefes Eindringen der Messer in den Boden schadet dem Rasen ebenso wie dem Vertikutierer; es zerstört die Rasenwurzeln und verschleißt Messer und Motor.
  • Wenn es wärmer wird (ab 10 Grad) können Sie wöchentlich den Rasen mähen – spätestens, wenn das Gras doppelt so hoch steht wie die gewünschte Länge.
  • Spielrasen wird ab Mai wieder wöchentlich gemäht – Blumenwiesen werden nicht geschnitten.
  • Praxistipp: Rasenschnitt eignet sich hervorragend als Mulchdecke unter Obstbäumen und Beerenobststräuchern.
  • Liegen auch die Nachttemperaturen durchgängig über 10 °C, ist der Moment für die Rasen-Neuanlage gekommen. Bei kühleren Temperaturen keimt der Rasensamen schlecht: Zuerst den Boden lockern (Unkraut & Wurzeln entfernen!), dann die Fläche einebnen. Das Qualitäts-Saatgut mit einem Streuwagen ausbringen, Fläche besanden und walzen, abschließend gründlich wässern.
  • Beobachten Sie, dass sich auf Ihrem Rasen Pfützen bilden, muss der Boden belüftet (aerifiziert) werden: Stechen Sie mit einer Mistgabel an den betreffenden Stellen tief in den Boden und weiten die Löcher durch Ruckeln an der Mistgabel. Mit Sand aufgefüllt leiten die Kanäle Wasser schneller ab und verbessern so den Gasaustausch im Boden sowie das Rasenwachstum.

 

Teichpflege

  • Über den Winter sinkt der Sauerstoffgehalt im Teich: Der Sprudler ist abgestellt und bei der Zersetzung von Pflanzenresten wird zudem viel Sauerstoff verbraucht. Als „Abfallprodukt“ bleiben dabei Nährstoffe im Wasser zurück, die jetzt das Algenwachstum fördern. Gerade Fadenalgen wuchern nun, wenn es wärmer wird, den Teich zu. Fischen Sie die Algen mit einem Kescher oder Rechen regelmäßig ab.
  • Um unnötiges Algenwachstum zu verhindern sollten Sie den Nährstoffgehalt des Teichwassers möglichst gering halten (Nitrat-, Nitritwerte regelmäßig testen). Verwenden Sie nur nährstoffarme Teicherde bei Neupflanzungen. Bestimmte Wasserpflanzen reinigen das Teichwasser biologisch, weil sie dem Wasser viele Nährstoffe entziehen.
  • Falls Sie häufig Probleme mit dem Teichwasser haben (geringer Sauerstoffgehalt, Faulgeruch, starke Algenblüte, …) , sollten Sie regelmäßig die Wasserwerte testen. Wichtige Wasserwerte sind der pH-, gH und kH-Wert, sowie der Nitrit- und Nitratgehalt. Hier finden Sie die Sollwerte für Ihr Teichwasser.
  • Im Mai ist der Wasser im Gartenteich warm genug, um neue Seerosen zu pflanzen: In spezielle Pflanzkörbe mit nährstoffarmer Teicherde gepflanzte Seerosen werden mit einem Stein beschwert einfach auf den Teichgrund abgesenkt (etwa 50 – 150 cm Wassertiefe).
  • Haben sich die Schwertlilien rund um den Gartenteich so stark ausgebreitet, dass man sie teilen muss, sollten Sie die Pflanzen nach der Blüte samt Pflanzkorb aus dem Wasser nehmen. Teilen Sie die Rhizome am Ufer mit einem Messer oder einem scharfen Spaten in etwa faustgroße Rhizomstücke mit mindestens einem Blattschopf. Die Wurzelballen (Grün auf eine Handbreit über dem Ballen gekürzt) setzen Sie nur knapp mit Teicherde bedeckt wieder in die Pflanzkörbe ein.
  • Nach den Eisheiligen können Miniteiche mit robusten Wasserpflanzen bestückt werden: Beliebt sind kompakte Sumpf-Schwertlilien, Wassersalat, herzblättriges Hechtkraut, Wasserhyazinthen, Pfeilkraut und kleinwüchsige Seerosen. Als Bassin eignen sich alte Waschzuber, Speiß-Bottiche oder selbst gebaute Mini-Wasserbecken.

Ziergarten

  • Sträucher, die im Frühling geblüht haben, können Sie nun auslichten: Frühjahrsblüher wie Forsythie, Mandelbäumchen und Ranunkelstrauch werden stets erst nach der Blüte ausgelichtet.
  • Vorgezogene Gehölze pflanzen: Containerware von wintergrünen Laubgehölzen und Nadelgehölzen kann noch bis Mitte Mai in die Erde gepflanzt werden.
  • Langstielig, wenig verzweigte gewachsene Pflanzen lassen sich durch Entspitzen (dem sogenannten Pinzieren) zu buschigem Wuchs anregen. Das gilt für die allermeisten Balkon– und Kübelpflanzen, Rosen, Obst– und Ziergehölze.
  • Wenn Sie verwelkte Blüten vorsichtig entfernt (ohne dabei die neuen Triebknospen zu verletzen), regen Sie Ihre Rhododendren und Azaleen zu üppigerer Blütenbildung an.
  • Faustregel: Blüht die Sauerkirsche, können die frostempfindlichen Knollen und Zwiebeln von Gladiolen, Dahlien und Lilien ins Freiland gepflanzt werden.
  • Saatmischungen für Sommerblumen nun in Lücken säen: Kapuzinerkresse, Studentenblumen, Malven, Jungfer im Grünen schließen dann im Sommer Lücken im Beet.
  • Rosen benötigen einen tiefgründigen, durchlässigen Boden, um gesund und üppig zu wachsen. Schwere Böden um die Pflanze herum sollten Sie regelmäßig mit einer Rosengabel gelockert werden.
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